Die Zietenhusaren - Rathenow - Geschichte und Geschichten - Reklame

Wie in der Wirtschaft üblich, wurde mit den bekannten Namen Ziet(h)en" und "Ziet(h)enhusar/en" natürlich auch versucht
den Absatz bestimmter Erzeugnisse zu erhöhen. Nebenbei erhielt der Käufer noch eine kleine Einführung in die Militärgeschichte.

Wassersuchtpulver

Hergestellt von Felix Ziethen,
Apotheker in München.

   

Apotheker Ziethen's
Wassersuchtpulver in Kapseln
-

Nephrisan
   

Zigarrenkiste

Felix Strehlow
Rathenow

   

Keramikfliese

Design und Herstellung warscheinlich von Villeroy & Boch; Mettlach
rückseitig gestempelt mit "ges. gesch."

   
Sammelbilder
   
 

WALDORF-ASTORIA

Zigaretten-Sammelbild

 

Bild 262 Alte Armee

Husaren-Regiment von Zieten
(Brandenburgisches) Nr. 3
Offizier und Husaren im Paradeanzug


 

31/3 ALVA 31/3
Cigaretten

"Fahnen- und Standartenträger"
Album 2

Nr. 245

Standarte des Husaren-Regts.
von Zieten (Brandenbg.) No. 2

Orientalische Cigaretten
Compagnie "YOSMA" GmbH
Bremen


Gebr. Stollwerck A.-G.
Stammhaus:
Köln am Rhein.

Für Stollwerck 's Helden-Album, N° 10.

 

Ziethen.

Der berühmte Husarengeneral Hans Joachim von Ziethen, geb. 1699, war einer der volkstümlichsten Helden des siebenjährigen Krieges. Eine seiner kühnsten Taten war sein Ritt mitten durch die feindlichen Truppen, 1745, um dem Markgrafen von Brandenburg eine wichtige Nachricht des Königs zu überbringen. Er holte sich Sieges- und Heldenlorbeer bei Reichenberg, Prag, Liegnitz und Leuthen, führte bei Torgau in Abwesenheit des Königs den Oberbefehl und errang den Sieg durch Erstürmung der Siptitzer Höhen. Zahlreiche Lieder und Anekdoten erzählen von ihm. Er war aber durchaus nicht nur der verwegene Haudegen, der nicht einmal schreiben konnte, wie ein Salletsches Gedicht erzählt, sondern zahlreiche, noch erhaltene Rapporte von ihm zeigen im Gegenteil eine sehr energische und feste Handschrift. Nach Beendigung des siebenjährigen Krieges lebte er in Berlin, erfreute sich der besonderen Gunst seines großen Königs und starb 1786.


Gebr. Stollwerck
empfehlen Chocolade-Figuren,
Chocolade-Desserte, Unterhaltende Chocolade-Spiele
für Mädchen und Knaben.

Für Stollwerck 's Sammel-Album, No. 3.

 

Hans Joachim von Zieten. Hans Joachim von Zieten, der populärste General des Siebenjährigen Krieges und noch heute eine der beliebtesten Soldatengestalten in der Erinnerung der Armee und des Volkes, wurde im Jahre 1699 auf dem väterlichen Gute Wustrau bei Ruppin geboren und trat schon 1714 in preussische Militärdienste. Seine Befähigung zum Reiterführer aber kam erst auf den Schlachtfeldern der drei Schlesischen Kriege ganz zur Geltung, und ihm vor allem verdanken die preussischen Husaren den ausgezeichneten Geist und die Berühmtheit, die sie in diesen Kriegszeiten erlangten. In dem letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen, nahm er an den meisten Schlachten rühmlichen Anteil und lebte nach dessen Beendigung in Berlin, wo er sich bis zu seinem 1786 erfolgtem Tode der besonderen Gunst seines grossen Königs erfreute.


Gebr. Stollwerck empfehlen Chocolade-Desserte.
Für Stollwerck 's Sammel-Album, No. 3.

Preußische Husaren. 1760.

Wie auf so vielen anderen Gebieten des Kriegswesens, so führte im 18. Jahrhundert Friedrich der Grosse von Preussen auch für die Reiterei bahnbrechende Neuerungen ein. Gleich bei Ausbruch des Oesterreichischen Erbfolgekrieges erkannte er den Mangel einer genügenden leichten Kavallerie und vermehrte darum so schnell wie möglich die Husaren, denen er dann unter Seidlitz und Zieten  eine sorgfältige Ausbildung gab. Er führte den Choc ein, d. h. den geschlossenen Anprall der Reiterscharen, und lernte diese leichter und schneller schwenken, aufmarschieren und Kolonnen formieren, so dass seine Husaren schon im Siebenjährigen Kriege eine grosse Überlegenheit über den Feind besassen. Diese Neuerungen Friedrich des Grossen wurden bald von allen Staaten übernommen und brachten die Kavallerie bald allgemein auf einen bisher noch nicht gekannten Grad der Vollkommenheit.


Duisburger Margarinefabrik Schmitz & Loh AG "Waffen im Wandel der Zeiten"; Bild Nr. 7

Ziethenhusaren überfallen Proviantkolonne
Die Lieblingswaffe der Reiterei im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) war der Säbel. Die Kavalleriepistole (mit Steinschloßzündung, glattem Lauf, hölzernem Ladestock und aufzuschüttendem Zündpulver) trug nur etwa 40 Schritt weit. Ziethens berühmte Husaren zogen im Kampf und bei Überfällen auf feindliche Verpflegungswagen die blanke Waffe vor.

Gebrüder Linde, Dortmund. Fabrik für feinere Kaffeezusätze, eigene Mälzerei.
Druck und verl. v. Oehmigke & Riemschneider, Neu-Ruppin


Die Zietenhusaren bei Mars la Tour. 16. August 1870.
Die Schlacht bei Colombey am 14. August war geschlagen. Die Franzosen gingen auf das linke Moselufer, die Deutschen versuchten ihnen die Straße nach Verdun zu verlegen. Sie führt gradeaus über Gravelotte nach Mars la Tour. Bazaine wählte diesen Weg, konnte aber nicht so schnell vorwärts kommen, da sich der Weg mit Fuhrwerk, Troß und anderen Hindernissen verstopfte. So kam es, daß die beiderseitigen Heere früher aufeinander stießen, als zu erwarten war.

Der Kommandeur des 3. Korps, v. Alvensleben, beschloß den Kampf aufzunehmen. Die 6. Division v. Buddenbrock, die aus dem 20., 35., 24., 64. Regiment bestand, mußte daher bei Tronville gegen Bionville rechts einschwenken und nahm dieses Dorf nachher im wilden Gefechte. Trotzdem war die Lage gefährlich. Denn das 3. Korps hatte sich in einer fast 1 Meile langen Linie aufgestellt, sodaß Bazaine, hätte er jetzt energisch angegriffen, die Reihen der Gegner leicht durchbrechen können. Aber er wollte bei Metz bleiben, das bot ihm einen starken Rückhalt. Nur einzelne Stöße nach vorwärts führte er aus. So warf er auf die 52er ein Kürassierregiment, daß von den Braunschweiger Husaren und Gardedragonern verfolgt wird.

"Die einzelnen Infanterieregimenter kommen in die höchste Not, sie haben ihre Munition verbraucht. Das 20. Regiment liegt auf der Höhe bei Gorze platt auf dem Bauche und wehrt sich die Franzosen durch Schnellfeuer ab. Auch ihm geht die Munition aus. Da muß das Zietenhusarenregiment zu Hülfe kommen. Hinter Gorze schwenkt das Husarenregiment links unter Führung seines Obersten v. Zieten. Dann saßen sie ab und warten still, bis von den 20ern die Weisung kommt auf den Feind einzuhauen. Unterdessen schleppen die Husaren die Munitionskarren mit Pferden an die Höhen heran. Dann heißt es: "Aufgesessen" und mit wilder Lust stürzen sie auf den Feind. Als die 20er ihre Munition hatten, gingen die Husaren zurück. Oberst v. Zieten fällt bei diesen Angriff, von zwei Kugeln durchbohrt. Gegen Abend geht es noch einmal los, gegen 8 Uhr. Der Major v. Hänlein führt das Regiment. Hell leuchtete den Nachfolgern sein Schimmel voran. Drei Karrés stehen vor ihnen. Alle drei werden gebrochen. "Uns treibt das Blut des Obersten vorwärts," so heißt es in einem damals von einem Husaren verfassten Gedichte. Als die Husaren zurückschreiten, sahen sie, daß 2/3 des Regiments fehlen, unter ihnen auch der verehrte Rittmeister v. Grimm."

Diese Episode von den Zietenhusaren ist aus dem Munde eines Mitkämpfers erzählt, der bei der ersten Attacke verwundet wurde. Er fährt fort:

"Ich ritt mit Unteroffizier Mewes weiter; da sah ich, wie ein schwarzer Franzose, der auf der Erde liegt, das Bajonett nach mir streckt, und in demselben Augenblick fühl' ich einen leichten Schmerz in meinem Oberschenkel nach der hinteren Seite zu. Ich wende mich noch halb um, um zu sehen, was denn das war, was mich da gestochen hat. Da ruft Mewes mir zu: "Laß man sein, Wilhelm, ich habe ihm schon eins gegeben." Als wir nun zurückreiten, sehe ich mir meine Verwundung an, da ist der Stiefel bis oben heran voll Blut gelaufen, und immer mehr strömt aus der Wunde heraus. Mein Hauptmann, dessen Bursche ich war, ruft mir zu, ich solle nach einem Verbandsplatze gehen; aber ich kam nicht mehr hin, es wurde mir schwarz vor den Augen, und ich rutschte vom Pferde herunter. Ich erwachte, als ich in einer Ferme bei Gorze gebettet war. Schon nach vier Wochen wiederhergestellt, machte ich mich von Kreuznach, wohin ich als Kranker schließlich gebracht war, auf, um mein Regiment zu suchen. Mit Infanteriehosen, Infanteriemantel und mit Schuhen bekleidet, kam ich nach manchen interessanten Abenteuern mit noch zwei ehemals Verwundeten nach Versailles, wo mein Regiment damals stand, oder vielmehr bei Rambouillet. Ehe ich aber mein Regiment fand, mußte ich von Versailles - bis Versailles marschieren, das heißt, ich wurde von Versailles um ganz Paris herumgeschickt, bis ich wieder nach Versailles kam.

Wenau-Sammlung Serie N° 7 / Kavallerie Bild 3
Wilh. Pauling & Schrauth, Leipzig-Li
Kernseife "Tadellos Glückauf", Rabattseifenpulver "Tadellos"


3. Husarenritt.

Wie verwachsen mit den geschwinden Pferden schießt der Husarentrupp im gestrecktem Galopp aus der Deckung hinter dem Gebüsch hervor. Voran der Eskadronchef mit den Offizieren, hinterher die Schwadron. Es gilt zu eilen, was die Riemen halten und was die Pferdelungen hergeben können. Das dröhnt und donnert und bei trocknem Boden hüllt eine dicke Staubwolke den ganzen Schwarm ein. Der Säbel, der übrigens bei der Sattelung neuesten Modells sich links vorn am Sattel befindet, klirrt an der Seite und der Kolpack der Husarenmütze fliegt im Winde. Das Bandelier blitzt über der Brust; es hält am Rücken die Patronentasche für den Armeerevolver, den jeder Kavallerist neben Lanze und Säbel führt.


Der alte Mantel

Schier dreißig Jahre bist du alt,
Hast manchen Sturm erlebt;
Hast mich wie ein Bruder beschützet,
Und wenn die Kanonen geblitzet,
Wir beide haben niemals gebebt.

Wir lagen manche liebe Nacht
Durchnässt bis auf die Haut;
Du allein, du hast mich erwärmet,
Und was mein Herze gehärmet,
Das hab ich dir, Mantel, vertraut.

Geplaudert hast du nimmermehr,
Du warst mir still und treu;
Du warst getreu in alle Stücken,
Darum lass' ich dich auch nicht mehr flicken,
Du Alter würdest sonst neu.

Und mögen sie mich verspotten,
Du bleibst mir theuer doch;
Denn wo die Fetzen 'runter hangen,
Sind die Kugeln hindurchgegangen;
Jede Kugel, die macht ein Loch.

Und wenn die letzte Kugel kommt
In's deutsche Herz hinein:
Lieber Mantel, lass' dich mit mir begraben,
Weiter will ich von dir nichts haben;
In dich hüllen sie mich ein.

Da liegen wir zwei beide
Bis zum Appell im Grab,
Der Appell, der macht alles lebendig,
Da ist es denn auch ganz nothwendig,
Daß ich meinen Mantel hab'!


Spendenkarte



Mit freundlicher Erlaubnis von
Priv. Doz. Dr. Ulrich Schädler
Schweizer Spielmuseum
Au Château
Postfach 9
CH-1814 La Tour-de-Peilz

Brettspiel << Das Eiserne Kreuz >>

Hersteller Verlag O. & M. Hausser, Ludwigsburg. Das Spiel bezieht sich auf den Krieg 1870/71. Den Deckel ziert ein am Kopf verwundeter Zietenhusar in Paradeuniform, am Boden liegend von der Siegesgöttin das Eiserne Kreuz erhaltend.

Es befindet sich in der Sammlung des Schweizer Spielmuseums in La Tour-de-Peilz.

  

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