Die Zietenhusaren - Rathenow - Geschichte und Geschichten - Offizierskasino

Der Saal des alten Offizierskasino

Das neue Offizierskasino

1911 - Der Anfang

In diesem Jahre wurde im März das alte Offizierskasino in der Berliner Straße dicht am Paradeplatz der Stadt Rathenow übergeben, die das Haus und Gartengelände zur Erweiterung ihrer Büros brauchte. Das sogenannte alte Offizierskasino war allen Offizieren trotz seiner geringen und kleinen Räume eine liebe Heimstätte. Nur ungern schied das Offizierskorps aus diesem gemütlichen Heim und zog in das von der Stadt Ecke Duncker- und Bahnhofstraße unmittelbar an der Kaserne errichtete neue Kasino, das, im Villenstil erbaut, schöne Räume aufweist. Besonders der Saal, der im friderizianischen Stil reich mit Stuck verziert und dem Kaiser- und Kommandeurbildern versehen ist, erregt die Bewunderung aller Gäste.
An der Einweihung am 16.3. nahmen außer dem Kommandierenden General des III. Armeekorps, General der Infanterie von Bülow, und der anderen direkten Vorgesetzten des Regiments zirka 100 Herren des Regiments und Abordnung von Stadt, Kreis und Land teil.

Das Offizierskorps erhielt wertvolle Geschenke, auch S. Majestät der Kaiser gedachte des Regiments und sandte folgende Depesche:

"Ich gedenke heute des zur Einweihung seines Kasinos vereinigten Offizierskorps und hoffe,
daß in den neuen Räumen die Tradition und der alte Geist der Zietenhusaren weiterleben werden.

gez. Wilhelm R." *

*Quelle von Text oben, und Fotos der Säle: Die Zietenhusaren; Regimentsgeschichte ab 1905, Berlin 1930

ab 1989 - Das Ende?

Die guten Wünsche des Kaisers erfüllten sich nur so lange wie er selbst noch als Solcher regierte. Mögen nach dem 1. Weltkrieg noch etliche Jahre Zusammenkünfte ehemaliger, und noch in den Nachfolgeorganisationen dienender, Offiziere und Regimentsangehörige dort stattgefunden haben, so war das spätestens mit dem Ende des 2. Weltkrieges vorbei.

Bis zum Anfang der 1990er Jahre gehörte das Offizierskasino zum Areal der sowjetischen Armee. Nach dem Abzug der Besatzer erfolgte ein Verkauf der Immobilie an einen Rathenower Geschäftsmann. Dessen Nutzungskonzept wurde nicht angenommen, so daß bis zur Gegenwart keinerlei bauliche Maßnahmen ergriffen, und das Gebäude dem Verfall preisgegeben wurde.

Im Juni 2006 wurden folgende Aufnahmen gemacht:

Nach dem am 07.04.2008 ein Brand im Kasino wütete sah das ehemals attraktive Haus dann so aus:

Wie weiter verfahren wird ist momentan noch unklar. Es bleibt zu hoffen, daß das Ruder noch herumgerissen wird, aber Hoffnungen unterliegen, in allen Lebensbereichen, nicht unbedingt der Erfüllung.

Stand März 2013
Seit dem Zeigen obiger Fotos sind beinahe 5 Jahre vergangen. Nach dem Brand wurde mittels Folie und Bauplatten nur ein provisorischer Schutz gegen eindringende Niederschläge geschaffen. Der derzeitige Stand ist, dass das Gelände an einen Investor zu einem sehr günstigen Preis versteigert wurde, welcher den Abriss des Gebäudes plant. Nach Bekanntgabe dieses Vorhabens entwickelt sich Protest gegen dieses Ansinnen. Leider scheint sich die irrige Ansicht durchzusetzen, dass Fortschritt lediglich über die Vernichtung von alten Dingen geschehen kann. In meinen Augen drückt das aber altes Gedankengut aus, welches wir nach 1989 abgeschafft zu hoffen wagten.











 

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