Die Zietenhusaren - Rathenow - Geschichte und Geschichten - Feldzüge
1734 bis 1866
Zeitraum Feldzüge und größere Gefechte
1734 - 1735 Krieg am Oberrhein
1740 - 1742 1. Schlesischer Krieg: 1741 Mollwitz
1744 - 1745 2. Schlesischer Krieg: 1745 Hohenfriedeberg
1756 - 1763 7-jähr. Krieg: 1756 Lobositz; 1757 Prag, Kolin, Schweidnitz, Leuthen; 1758 Zorndorf, Hochkirch;
1759 Kunersdorf; 1760 Liegnitz, Torgau
1778 Erbfolgekrieg in Böhmen
1787 Krieg in Holland (ein Bataillon)
1790 Besetzung von Schlesien
1792 - 1796 Krieg gegen Frankreich: 1793 Kaiserslautern
1806 - 1807 Krieg gegen Frankreich: 1806 Auerstedt
1812 Krieg gegen Rußland: Ostrovo, Smolensk, Borodino
1813 - 1815 Krieg gegen Frankreich: 1813 Gr. Görschen, Bautzen, Katzbach, Möckern, Leipzig, Hanau;
1814 Laon, Paris, 1815 Ligny, Belle-Alliance
1848 Krieg gegen Dänemark: Oberselk
1849 Kämpfe in Baden: Ladenburg, Rastatt
1864 Krieg gegen Dänemark: Missunde, Düppel, Alsen
1866 Krieg gegen Österreich: Königsgrätz


Die Schlacht auf den Süptitzer Höhen bei Torgau - am 3. November 1760
Abschrift der Hinweistafeln des am 3. November 1860 auf den Süptitzer Höhen vom Torgauer Bildhauer Conrad dem Älteren geschaffenen Denkmals.
Fotos: Rolf Selzer

Ausgangslage: Im Herbst 1760 besetzte die Reichsarmee Sachsen. Daun hatte den Auftrag, Sachsen zu halten und die Vereinigung der Truppen im Raum Torgau herbeizuführen. Ziel Preußens hingegen war es, Sachsen wieder zurückzugewinnen.
- Einnehmen der Ausgangslage -
Österreich Preußen
Daun hatte eine feste Stellung auf den Süptitzer Höhen bezogen. 33000 Soldaten standen in zwei Treffen dicht hintereinander. Die Flankendeckung übernahmen Lascy und Ried. Die schwere Artillerie wurde noch rechtzeitig nach Norden eingedreht u. Süptitz besetzt. Die 1. - 3. Kolonne erreichte ihren Ausgangspunkt weder zeit- noch ortsgerecht (Aufklärungsprobleme). Zieten (4. Kolonne) kam zwar rechtzeitig von Süden her, ließ sich aber von Objekt Süptitz zunächst ablenken und attackierte heftig gegen das Corps Lascy.
- Schlachtablauf -
  1. Artillerielärm aus Süden läßt den König vermuten, Zieten greife Süptitz an.
    - Angriff auf Daun um 14.00 Uhr mit allen Kräften wegen fortgeschrittener Tageszeit, schlechter Witterung und schwierigem Gelände. Schwere Verluste durch österreichische Artilleriefeuer. 1. und 2. preußisches Treffen weichen.
    - Daun schickt Siegesdepesche nach Wien.
    - Daun und Friedrich verwundet.
  2. Zieten greift gegen 16.00 Uhr Süptitz an, wird abgewehrt.
    Einbruch der Dunkelheit. Daun verläßt das Schlachtfeld.
  3. Ein unbewachter Übergang über den Röhrengraben bei den Schafteichen ermöglicht Zietens erneuten Angriff von Süden gegen 17.30 Uhr.
    Hülsen erkennt Chance und greift wieder von Norden an. Gegen 21.00 Uhr haben die Preußen die Süptitzer Höhen erstürmt und doch noch gesiegt.
    Friedrich befindet sich bereits in der Kirche in Elsnig.
- Bilanz -
Österreich: 7.300 Tote 10.700 Gefangene 18.000 insgesamt
Preußen: 10.000 Tote 3.000 Gefangene 13.000 insgesamt
Die Schlacht war die größte, blutigste und modernste Massenschlacht des 18. Jahrhunderts. Trotz des Erfolges konnte Preußen Sachsen nicht auf die Dauer besetzen und Österreich nicht endgültig bezwingen.


 

1813 - Völkerschlacht bei Leipzig

Quelle: Jahrbuch des Deutschen Krieger-Bundes von 1914
Bekannt sind die Taten des Regiments in den drei Schlesischen Kriegen Friedrichs des Großen unter der Führung des alten Zieten, […]. Heute sei mit wenigen Worten der Teilnahme der Husaren an der Völkerschlacht bei Leipzig gedacht. Schon am 13. Oktober 1813 kam es zu leichten Zusammenstößen in der Nähe von Leipzig, wohin Napoleon gewichen war und wo er nun in umfassendem Angriff angepackt werden sollte. Mit eisernem Willen, mit Aufbietung aller Kraft und Dransetzung seiner ganzen Streitmacht – noch 200 000 Mann stark – leistete er verzweifelten Widerstand. Am 16. begann das Ringen. Zur Kennzeichnung des Ernstes der Lage seien zwei Worte der Führer von jenem Tage aufgezeichnet. Blücher begrüßte die Truppen in seiner derben Art: „Kinder, haut einmal auf altpreußische Art ein! Wer heut abend nicht entweder tot oder wonnetrunken ist, der hat sich geschlagen wie ein infamer Hundsfott!“ Und der Wortkarge Yorck sprach sein Lieblingssprüchlein: „Anfang, Mittel und Ende, Herr Gott zum Besten wende!“ Das Schlachtenglück war Napoleon anfangs hold, drei große Angriffe bei Möckern wurden blutig abgeschlagen, und erst der vierte setzte die Preußen in den Besitz des Dorfes. Aber wieder eroberten es die Franzosen, so dass Yorck seine letzten Reserven einsetzte, um die Höhen hinter Möckern, die das Dorf beherrschten, zu gewinnen. Das Schicksal des Tages hing an einem seidenen Faden. Die feindlichen Batterien hatten die preußischen zum Schweigen gebracht, unsere Infanterie wich zurück, als die Brandenburgischen Husaren sich bei dem Dorfe Möckern dicht hinter der Infanterie aufstellten und deren weiteres Zurückgehen verhinderten. Alles war in starrer Spannung. Außer dem Geschützdonner vernahm man keinen Laut. Alles deutete eine nahe Entscheidung an, die den Ausgang des blutigen Dramas zu unserem Nachteil besorgen ließ. In diesem wichtigen Augenblicke, wo alles auf dem Spiele stand, stürzte sich der Kommandeur, Major von Sohr, auf den Feind. Die Regimentsgeschichte schreibt hierzu: Plötzlich kam der General Yorck herangeritten und rief: „Major Sohr attackieren! Wenn die Kavallerie nicht noch etwas tut, so ist alles verloren!“ Hier zeigte sich Sohr als echter Reiterführer! Mitten in dem betäubenden Lärm eines rasenden Feuers, mitten in dem gräulichen Wirrwarr einer Niederlage – einem General gegenüber, der selbst in den ruhigsten Verhältnissen keinen Einwand vertragen konnte, wagte er es, darauf aufmerksam zu machen, dass, wenn seine Attacke glücken sollte, die Reserve-Kavallerie, die noch bei Wahren stand, ihm auf dem Fuße folgen müsse. Bis sie heran sei, müsse die Attacke aufgeschoben werden. Ein freiwilliger Jäger unseres Regimentes beschreibt den Vorgang folgendermaßen: „Wir hörten nicht deutlich, was Sohr erwiderte, da er von uns abgewandt sprach, doch wir sahen, dass er den Befehl nicht gleich ausführte, dass er sein Pferd links wendend mit dem Säbel auf die rückwärts stehende Kavallerie zeigte, hörten einige Donnerworte des Generals, sahen einen Adjutanten – es schien Major von Schack zu sein – nach der Kavallerie fortjagen und wenige Augenblicke darauf den Kommandierenden links vorwärts reiten.“ Minuten ängstlicher Spannung verstrichen. Dicker Pulverdampf lagerte sich vor den Schwadronen, Gewehrkugeln pfiffen hindurch und verrieten die Nähe des Feindes. Ein Adjutant des Generals kam mit dem erneuten Befehl, sofort einzuhauen. Sohr erwiderte: „Sagen Sie dem General, ich gäbe ihm mein Ehrenwort, ich würde einhauen, nur möchte er mir erlauben, den günstigsten Moment dazu auszuwählen!“ Endlich schien dieser gekommen. Etwa 10 Minuten mochten seit Yorcks erstem Befehl verflossen sein, als Sohr sich im Sattel hob und dem Stabstrompeter ein lautes Trab zurief. Das Regiment ging in musterhafter Ordnung in Linie vor. Durch den Pulverdampf hindurch tauchten zwei dunkle Massen auf, die sich langsam vorwärts bewegten – die Reste der eigenen Infanterie hatte man schon passiert – es war der Feind, der mit zwei Karrees (Vierecken) hier vorbrach. Näher gekommen, gewahrte man den gelben Besatz an den Tschackos, es waren Marinetruppen, die besten Napoleons. Da warf Sohr den Säbel weit vor und gab mit laut schallendem Marsch – Marsch das Signal zum Einhauen. Wie ein brausendes Ungewitter stürzten sich die Schwadronen auf den Feind. Zwei bis drei Salven knatterten fast ohne Wirkung über die Köpfe. Man war am Feinde, ehe man selbst es dachte. Ein erbitterter Kampf mit der blanken Waffe entspann sich. Die Pferde traten die feindlichen Infanteristen nieder, und Hunderte von ihnen sanken unter den erbitterten Hieben der Husarensäbel. Der flüchtende Rest verdeckte das Feuer der eigenen Batterien. In heller Siegesfreude folgten unsere Husaren bis zu den Kanonen, deren gleich am Anfang 6 genommen wurden. Eine Kugel hatte Sohrs rechten Arm zerschmettert, er nahm den Säbel in die linke Hand. Das Signal „Appell“ ward gegeben, rasch sammelte sich das Regiment nach vorwärts. Unmittelbar nach dem Siege drohte eine neue große Gefahr. Die feindliche Kavallerie stand dem Regiment in der linken Flanke und attackierte es nach Sohrs eigenem Bericht mit größter Entschlossenheit. Knapp gelang es noch, die Schwenkung zu machen und dem neuen Feinde entgegenzugehen. – Mittlerweile war auch das Brandenburgische Ulanenregiment (jetzt Nr. 3) herangekommen, als zweites Treffen folgten die Mecklenburgischen Husaren und die bekannten Litauischen Dragoner. Mit gewaltigem Stoß wurde die feindliche Kavallerie auseinandergetrieben und auf ihre Infanterie und Artillerie geworfen. Unsere Husaren hatten das Glück, noch mehrere Karrees ganz zu überreiten und noch neun Kanonen und viele Munitionswagen zu erobern. Da Sohr den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, wegen der geringen Stärke der Eskadrons, sich nicht mit den Gefangenen und eroberten Geschützen zu befassen, so konnten bei letzteren nur die Verwundeten zurückgelassen werden. Daher kam es, dass nach der Schlacht nur eben im Ganzen 15 Kanonen als vom Regiment erobert betrachtet wurden, obgleich es nach dem übereinstimmenden Bericht sämtlicher Schwadronschefs deren eine unverhältnismäßig größere Anzahl genommen hatte, die aber frei stehend von den nachrückenden Regimentern in Empfang genommen wurden. Ein Streit darüber war müßig, hatte doch das Regiment an diesem Tage Ehre genug. Auch nach der zweiten Attacke rasch gesammelt, ging das Regiment wieder vor, diesmal unter Führung des aggregierten Rittmeisters v. Schulz. Sohr hatte sich nach der zweiten Attacke halb ohnmächtig nach dem einen Verbandsplatze begeben müssen – freilich sehr gegen seinen Willen. Sein einfacher Bericht schließt mit den Worten: „Eine zweite feindliche Kavallerie und 3 in Karrees aufgestellte Bataillone wurden nach meinem Weggange noch geworfen und bis an die Defileen dicht vor Leipzig verfolgt.“ Die untenstehende Darstellung von Künstlerhand (Anm.: D. Gerlach) gibt die Attacke wieder.

 

1864 - Krieg gegen Dänemark

Übergang der Zietenhusaren nach Alsen am 29. Juni 1864
Künstler: C. Becker

1870/71 - Krieg gegen Frankreich

Verlustliste Vionville - Mars la Tours
Todt oder in Folge der Verwundung gestorben Verwundet Vermißt Summa
Offiziere oder Offiziersdienstthuende Mannsch. Pferde Offiziere oder Offiziersdienstthuende Mannsch. Pferde Offiziere oder Offiziersdienstthuende Mannsch. Pferde Offiziere oder Offiziersdienstthuende Mannsch. Pferde
3 51 133 88   -  21  - 160   133

 

 Namentliches Verzeichnis der gebliebenen, verwundeten sowie der vermißten Offiziere,
Offiziersdienstthuenden und Aerzte
Todt oder in Folge der Verwundung gestorben Verwundet
Oberst von Zieten
Rittmeister von Grimm
Sec.-Lt. von Klencke
Pr.-Lt. von Bülow
Pr.-Lt. von Schaper
Sec.-Lt. von Witzleben
Sec.-Lt. von Byern
Sec.-Lt. von Mühlberg
(vermißt Sec.-Lt. von Wedell)

Ziethen-Husaren auf dem Patrouillenritt im Winter 1870.
Nach einem Gemälde von E. v. Eschwege.

Ziethenhusaren bei Rezonville (Vionville) am 16. August 1870
Künstler: Adolf Closs jr.

Zietenhusaren bei Vionville (R.Knötel)

 

1914 bis 1919 - Feldzüge und Einsätze im 1. Weltkrieg 

1914
1915
18. - 19.08. Schlacht an der Gette
23. - 24.08. Schlacht bei Mons
25. - 27.08. Schlacht bei Solesmes
28. - 30.08. Gefechte an der Somme
01.09. Gefecht bei Villers-Cotterets
04.09. Gefechte bei Viels-Maisons-Montmirail
06. - 07.09. Gefechte bei Montceux-Esternay
05. - 09.09. Schlacht am Duroc
10.09. Nachhutgefechte bei Reuilly-St. Front
12.09. - 28.10. Kämpfe an der Aisne
30.10. Sturm auf Bailly
02.11. Sturm auf Soupir
08. - 14.01. Sturm auf Soissons
08. - 23.07. Gefechte bei La Bassée und Arras
07. - 10.10. Donau-Übergang
12.10. - 15.11. Feldzug in Serbien
1916
21. - 22.02. Erstürmung des Bois de Ville
23.02. Erstürmung des Wavrille Waldes
25. - 26.02. Eroberung des Fort Donaumont
25.02. - 02.03. Kämpfe um Fort Donaumont
22. - 25.05. Kämpfe um Fort Donaumont
1916 - 1919
23.07.1916 - 09.06.1917 Küstenschutz Nordkurland
16. - 22.07.1917 Stellungskampf a. d. Lomnica
23.07. - 05.08.1917 Verfolgungskämpfe in Ostgalizien & i. d. Bukovina
26.07.1917 Kämpfe um Kolomea
30.07.1917 Kämpfe um Grescheny
06.08.1917 Stellungskämpfe nordöstl. Czernowitz
12.10.1917 - 10.06.1918 bei der Militärverwaltung in Rumänien
19.06. - 04.10.1918 Militär-Gouvernement Litauen
08.10. - 18.12.1918 Okkupation grossruss. Gebietes
19.12.1918 - 08.01.1919 Besatzungs- & Sicherheitsdienst in Litauen und Weißrussland
 

Feldzug in Serbien, 6.10.-28.11.1915
Husarenpatrouille beim Durchreiten eines Flusses auf dem Vormarsch

 
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